Vor einem Agenturwechsel sollten Sie prüfen, ob Ihr Unternehmen die Domain, das Hosting, WordPress und die angebundenen Dienste tatsächlich verwalten kann. Halten Sie fest, wer das jeweilige Konto führt, wer Wiederherstellungsnachrichten erhält und welche Daten für eine Übergabe benötigt werden. Ein funktionierender WordPress-Zugang allein reicht dafür nicht aus. Kündigungen und technische Umstellungen sollten erst auf Grundlage dieser Bestandsaufnahme geplant werden.
Vielleicht möchten Sie Ihre Website neu gestalten lassen, wissen aber nicht, bei welchem Anbieter die Domain liegt. Oder nur eine frühere Kontaktperson erhält die Verlängerungsnachrichten. Dann ist die wichtigste Vorbereitung keine neue Designvorlage, sondern eine klare Übersicht der Konten und Verantwortlichkeiten. Die folgende Checkliste hilft Ihnen, diese Übersicht zusammen mit dem bisherigen und dem neuen Dienstleister aufzubauen.
Zugriff und Nutzungsrechte getrennt betrachten
Technischer Zugriff beantwortet die Frage, wer Einstellungen ändern oder Daten exportieren kann. Er klärt nicht automatisch, welche Rechte an Bildern, Texten, Schriften, Erweiterungen oder individuellem Code bestehen. Prüfen Sie die vorhandenen Vereinbarungen und Lizenzunterlagen deshalb zusätzlich. Ein Passwort oder eine Rechnung ersetzt diese Klärung nicht.
Für jedes System genügt zunächst eine Zeile mit Anbieter, Kontoinhaber, zuständiger Person, Wiederherstellungsweg und offenem Übergabepunkt. Tragen Sie dort keine Passwörter, Zugangsschlüssel oder Wiederherstellungscodes ein. Solche Informationen gehören in einen dafür vorgesehenen sicheren Übertragungsweg.
1. Domain und Verlängerung nachvollziehen
Ermitteln Sie, bei welchem Registrar die Domain verwaltet wird. Prüfen Sie im zuständigen Konto die hinterlegten Kontaktangaben, die Verlängerung und die erreichbare Kontaktadresse. Klären Sie außerdem, wer im Unternehmen befugt ist, Änderungen zu beauftragen. Fragen Sie nach, wenn die Angaben oder Zuständigkeiten unklar sind.
Ein Agenturwechsel erfordert nicht zwangsläufig einen Wechsel des Registrars. Auch Registrierung, DNS-Verwaltung und Hosting können bei unterschiedlichen Anbietern liegen. Entscheiden Sie für jeden Dienst gesondert, ob eine Übertragung nötig ist. Die Voraussetzungen hängen unter anderem von der Domainendung und dem Anbieter ab; eine pauschale Transferdauer oder durchgehend unterbrechungsfreier Umzug lässt sich daraus nicht ableiten.
2. DNS und geschäftliche E-Mail erfassen
Die DNS-Verwaltung verbindet Ihre Domain mit Website, E-Mail und weiteren Diensten. Lassen Sie dokumentieren, wo diese Verwaltung stattfindet und welche Einträge für die verwendeten Dienste benötigt werden. Besonders wichtig sind geschäftliche Postfächer, Weiterleitungen und der Versand von Formular- oder Shop-Nachrichten.
Ein beispielhaftes Risiko: Die neue Website funktioniert bereits, während eine übersehene E-Mail-Abhängigkeit den Eingang von Anfragen beeinträchtigt. Das ist ein Planungsszenario, kein berichtetes Kundenprojekt. Die Bestandsaufnahme soll solche Abhängigkeiten sichtbar machen, bevor Einstellungen geändert werden.
3. Hosting und vollständige Sicherungen prüfen
Klären Sie, welchem Hosting-Konto die Website zugeordnet ist und wer Zugriff auf Dateien und Datenbank hat. Ein WordPress-Inhaltsexport ist nicht dasselbe wie eine vollständige Sicherung der Installation. Für die Wiederherstellung sind je nach Aufbau unter anderem Datenbank, hochgeladene Dateien, Themes, Plugins und Konfiguration relevant.
Fragen Sie nach Datum, Umfang, Aufbewahrungsort und zuständiger Person für die Wiederherstellung. Eine vorhandene Sicherungsdatei allein belegt noch nicht, dass die Website daraus wiederhergestellt werden kann. Lassen Sie festhalten, wie eine Wiederherstellung geprüft wird und welche externen Dienste gesondert berücksichtigt werden müssen. Bei einem Shop müssen laufende Bestellungen und andere Veränderungen in den Übergabeplan einfließen.
4. WordPress-Benutzer und Aufgaben abgleichen
Prüfen Sie, ob es einen unternehmenseigenen Zugang mit den erforderlichen Rechten gibt und ob jede beteiligte Person ein eigenes Benutzerkonto verwendet. In einer einzelnen WordPress-Installation hat die Rolle Administrator umfassende Verwaltungsrechte. Ein Editor kann Inhalte betreuen, verfügt aber nicht automatisch über dieselben Möglichkeiten für Plugins, Themes und Benutzerverwaltung.
Geben Sie daher nicht jeder Person dieselbe Rolle. Legen Sie fest, welche Aufgaben die neue Agentur übernehmen soll und welche Berechtigungen dafür nötig sind. Alte Zugänge werden nach einer abgestimmten Übergabe überprüft. Entfernen Sie sie nicht vorschnell, solange Abhängigkeiten oder laufende Arbeiten noch ungeklärt sind.
5. Search Console, Analytics und Tag-Verwaltung einbeziehen
Messdienste werden leicht übersehen, weil sie außerhalb von WordPress liegen. Erfassen Sie die tatsächlich verwendeten Properties und Konten sowie die berechtigten Personen. Prüfen Sie, ob das Unternehmen seine Daten weiterhin sehen und die Zugriffe später verwalten kann.
Google unterscheidet in der Search Console zwischen Inhabern und Nutzern mit unterschiedlichen Rechten. Bestätigte und delegierte Inhaber haben dieselben Berechtigungen; eine Property benötigt mindestens einen bestätigten Inhaber. Dokumentieren Sie den vorhandenen Zustand und lassen Sie notwendige Anpassungen gezielt planen. Entfernen Sie keine Bestätigungsdateien, DNS-Einträge oder Tags nur deshalb, weil ein Dienstleister wechselt.
6. Lizenzen und verbundene Dienste zuordnen
Erstellen Sie eine Liste der kostenpflichtigen Erweiterungen, Schrift- und Bildlizenzen sowie externer Dienste. Dazu können Formularversand, Terminbuchung, Newsletter, Speicher oder andere Integrationen gehören. Prüfen Sie jeweils, wer Vertragspartner ist und ob eine Lizenz weiterverwendet oder ersetzt werden muss.
Ein Zugang zu WordPress bedeutet nicht, dass eine Agenturlizenz übertragen werden kann. Fordern Sie deshalb nachvollziehbare Angaben an, ohne vorschnell neue Produkte zu kaufen oder bestehende Dienste abzuschalten. Auch die E-Mail-Adresse für Verlängerungen und Benachrichtigungen gehört zur Übergabe.
Eine übersichtliche Übergabeliste
- Domain: Registrar, Kontaktadresse, Verlängerung und zuständige Person.
- DNS und E-Mail: Verwaltung, verwendete Dienste und Abhängigkeiten.
- Hosting: Kontozuordnung, Datei- und Datenbankzugriff sowie Sicherungen.
- WordPress: persönliche Benutzerkonten, Rollen und laufende Arbeiten.
- Messung: Search Console, Analytics und gegebenenfalls Tag-Verwaltung.
- Lizenzen: Inhaber, Laufzeiten und Bedingungen der Weiterverwendung.
- Freigabe: offene Punkte, Übergabetermin und anschließende Funktionsprüfung.
Was vor dem Wechsel freigegeben werden sollte
Arbeiten Sie die Liste zunächst mit dem bisherigen Dienstleister durch. Lassen Sie anschließend prüfen, ob der neue Partner die benötigten Informationen erhalten hat und die vereinbarten Zugänge tatsächlich verwenden kann. Für technische Umstellungen braucht es einen eigenen Ablauf mit Zuständigkeiten, Sicherung und Rückfallmöglichkeit.
Nach der Übergabe werden Website, Kontaktwege und vereinbarte Geschäftsfunktionen erneut geprüft. Eine dokumentierte Übergabe reduziert Unsicherheit; sie ist keine Garantie gegen jede Störung. Verschieben Sie ungeklärte Punkte nicht stillschweigend in die Verantwortung der jeweils anderen Seite.
Häufige Fragen
Muss ich beim Agenturwechsel auch das Hosting wechseln?
Nein. Prüfen Sie zuerst, ob das bestehende Hosting geeignet ist und die erforderlichen Zugänge vorhanden sind. Ein Wechsel sollte einen konkreten Grund und einen abgestimmten Ablauf haben.
Reicht mein WordPress-Passwort aus?
Nein. Domain, DNS, Hosting, E-Mail und Messdienste können unabhängig von WordPress verwaltet werden. Für jeden verwendeten Dienst müssen Zuständigkeit und Zugriff geklärt sein.
Soll ich sofort alle bisherigen Benutzer entfernen?
Planen Sie die Berechtigungsprüfung im Rahmen der Übergabe. Stellen Sie zuerst sicher, dass die benötigten Zugänge, Daten und Verantwortlichkeiten geklärt sind. Bei einem Sicherheitsvorfall ist eine gesonderte Bewertung erforderlich.
Offizielle Quellen
- WordPress: Rollen und Berechtigungen
- WordPress: Sicherungen
- Google Search Console: Inhaber, Nutzer und Berechtigungen
Den nächsten Schritt überschaubar machen
Beginnen Sie mit der Kontenübersicht und den ungeklärten Zugängen. Wenn Sie einen Agenturwechsel oder einen Neuaufbau planen, können Sie mit The Web Designer die benötigten Leistungen und die Übergabe besprechen. Eine klare Bestandsaufnahme hilft, den Projektumfang zu bestimmen, bevor die Umsetzung beginnt.










